Natursteine

Natursteine

Natursteine sind, wie der Name schon sagt, Steine, wie sie in der Natur vorkommen.

Definitionen

Natursteine lassen sich nach Erscheinungsform oder nach Technik unterschiedlich definieren. Außerdem gibt es noch eine Einteilung nach naturwissenschaftlichen Kriterien.

nach Erscheinungsform:

Lockergestein: Bodenklasse 1-5; keinen festen Zusammenhalt (wenig Kornbindung); die wichtigsten Arten sind: Bergsturz-Material, Schutthalden oder Störzonen, Schotter, Geröll, Kies, Moränen und Sackungen, Sand und Silt, vulkanische Asche und Ton
Festgestein: Bodenklasse 6-7; entspricht Festkörpern in Struktur und Verformbarkeit; Sedimentgesteine, sowie Magmatite und Metamorphite, die im Bauwesen als Naturwerksteine bezeichnet werden.

nach technischer Verarbeitung:

Hartgestein:Gabbros, Norite, Tonalite, Granodiorite, Diorite, Syenite, Monzonite, Aplite, Pegmatite, Gneise, Basalte, Quarzite u.a.
Weichgestein: Marmore, Kalksteine, Dolomite, Alabaster, Sandsteine, Vulkanite, Tonschiefer u.a.

Nach naturwissenschaftlichen Kriterien (entsprechend der Entstehung):

Erstarrungsgestein (Magmatite): Die Entstehung findet durch Erstarrung von Magma statt, man nennt diesen Vorgang auch Kristallisieren. Weiterhin wird anhand der Tiefe unterschieden.
Plutonite: entstanden in mehr als 5km Tiefe
Subvulkanite: zwischen 0 und 5000 Meter Tiefe
Vulkanite: Vulkanischer Ursprung, auch genannt Ergußgestein
Ablagerungsgestein (Sedimentite): Mit Druck und Temperatur entstehen sie durch Ablagerungen oder Sedimente an der Erdoberfläche.
Umwandlungsgestein (Metamorphite): Sie entstehen durch Umwandlung unter bestimmten Druck und Temperaturverhältnissen.

Verwendung:

Natursteine werden vielseitig eingesetzt. In der Industrie (zur Zementherstellung, als Schotter oder als Granulate), im Gartenbau, für den Innenausbau (z.B. als Fassadenverkleidung, Arbeitsplatten, Treppen, Bodenbelag oder ganz allgemein als Werkstein), als Grabmal, für Außenfassaden, zur Restaurierung oder auch in der Steinbildbauerei, genauso als Natursteinmauerwerk.

In Steinbrüchen abgebaut, werden sie anschließend in Betrieben entsprechend der benötigten Größe gesägt oder die Oberfläche bearbeitet.
Die Textur und Farbe kann leicht abweichen, was aber den besonderen Charme von Naturstein ausmacht.

Die Bearbeitung der Oberfläche ist abhängig von der Gesteinsfamilie, der Dicke des Materials, der Beschaffenheit der einzelnen Mineralien und einigen anderen Faktoren. Fest steht, dass kein anderes Kunstmaterial eine solche Bandbreite an Farben und Oberflächenbearbeitungen bieten kann.
Auch bei gleicher Optik können die technischen Eigenschaften sehr unterschiedlich sein. So sieht ein billiger Hartgestein genauso aus, wie ein teurer. Allein vom Aussehen des Materials kann man noch nicht erkennen, ob es sich für das gewünschte Vorhaben eignet.

Kalkhaltige Natursteine, wie Kalkstein oder Marmor, genauso wie Gneise und Tonschiefer, sind sehr säurehaltig und brauchen eine andere Pflege und Reinigung, wenn sie als Bodenbelag verwendet werden, als man von anderen Natursteinen erwarten kann. Sie sind nicht sehr hart und werden daher auch häufig innen oder für Skulpturen auf Grund ihre hohen Ästhetik verwendet. Granit und Basalt dagegen gelten als sehr harte, feste Gesteine mit einer meist sehr hohen Dichte. Häufig werden sie in Außenbereichen mit hoher Beanspruchung eingesetzt.

Auch nicht zu vergessen ist der ökologische Aspekt. Die Gewinnung des Materials ist mit relativ geringem Energieaufwand möglich und eine Entsorgung funktioniert ziemlich problemlos, da nur sehr wenige Schadstoffe enthalten sind.

Gewinnung von Natursteinen:

Im Wesentlichen läuft die Gewinnung mit Seilsägen und Schrämen und nur noch sehr selten über explosive Sprengungen. Dabei werden sogenannte Lösefugen in das Gestein gesägt. Sind diese Blöcke zu groß können sie mit Steinspaltwerkzeugen oder Seilsägen auf die entsprechende Größe gebracht werden. Innerhalb des Steinbruches werden die so gewonnenen Rohblöcke mit Gittermastkranen oder Radladern transportiert und von LKWs zu den steinverarbeitenden Betrieben transportiert.

Verarbeitung:

Von Gattersägen oder Multiseilsägen werden die Rohblöcke in Platten aufgesägt. Dies erfolgt je nach gewünschter Dicke, meist 2, 3 oder 4 cm. Im Anschluss daran, werden sie vollautomatisiert in der Fertigungsstraße geschliffen und poliert. Zum Schluss werden die Platten in Länge und Breite in die gewünschte Größe mithilfe von Steinsägen gebracht.
Beim Herstellen von Natursteinfliesen mit 10mm Dicke werden spezielle Sägemaschinen genutzt.
Rohblöcke, die zum Zwecke der Grabmalfertigung aufgeteilt werden, werden mit Blockkreissägen (kreisrunde Sägeblätter mit einem Durchmesser von 3-4m) bearbeitet. Der Vorteil ist, dass man sich hierbei die folgenden Arbeitsschritte bis zum Polieren sparen kann, da Blockkreissägen bessere Ebenheitswerte sägen, als es Gattersägen tun.

Standardisierte Plattenformate:

Bodenbelag in Bahnen: Stärke 1,5cm; 2cm; 3cm, Bahnenbreite 15cm; 20cm; 25cm; 30cm; 40cm. Die Länge ist unterschiedlich
Natursteinfliesen (10mm Stärke): 30,5 X 30,5cm; 61,0 X 30,5cm; 30,0 X 15cm. Andere Formate sind erhältlich
Natursteinpflaster: zwischen etwa 18 X 18 oder 4 X 4 cm (Als Großsteinpflaster, Kleinpflaster, Mosaikpflaster) oder als Steinplatte in Naturform
Handelsübliche Rohblöcke: 3,20-6,20m Länge; 1,60-2,00m Höhe; 1,20-1,60m Breite
Treppen: Individuell; Treppenauftrittsplatten 3cm stark, Treppensetzstufen 2cm stark
Bei Bolzptreppen abhängig von der Statik 3,0-3,5cm starke Platten, die mit Klebern und Kunststoffmatten verklebt werden, um die Biegezugfestigkeit zu gewährleisten
Arbeitsplatten: normal 3-4cm, aus 2 Plattend bestehend mit schmalen Sichtplatten an den erkennbaren Rändern verklebt,sind sie 2,0 und 2,5cm stark. Neuerdings wegen geringerem Gewicht gibt es auch Platten die Steinplatten, die 10mm stark sind
Automobilarmaturen: Es gibt sogenannte Steinfolien von 1mm , die in speziellen Verfahren geformt und in hochwertige Autos angepasst eingebaut werden.

Verschiedene Gesteinsarten und deren Verwendung:

Granite: Finden sich im Straßenbau (als Pflastersteine, Bordstein, Schotter, Gehwegplatten), im Bahnbau (Schotter), Bauwesen (als Außenwandbekleidung, Bodenbelag, Denkmal, Grabstein, Dachschindel), im Innenausbau (als Wandbekleidung, Treppenbelag, Bodenbelag, Fensterbank, Tischplatte, Arbeitsplatte), im Gartenbau (als Pflastersteine, Rabatten, Brunnen, Vogeltränke), in Technik und Wissenschaft (vibrations- und wärmedehnungsminimierte Platte, optische Bank, Anreißplatte) und sogar im Sport (als Curlingstein) wieder.

Marmor: Bauwerke und Plastiken aus der griechischen Antike, Ehrenstatuen aus dem römischen Reich und viele italienische Kunstwerke (z.B Michelangelos Pietá, David und Moses bestehen aus einer Marmorart. Heute werden solche Natursteine verwendet im Innenausbau (als Boden, Treppen, Treppengeländer, Fliesen), Material für die Bildhauerei, gerundete Marmorsteine dienen der Herstellung von Steinteppichen, in Pulverform wird er als Scheuermittel in Zahnpasta genutzt.

Kalkstein: häufig als Naturwerkstein verwendet, Rohstoff in der Baustoffindustrie, Zement (gemahlen und mit tonigen Materialien vermischt), in der Glasindustrie (bringt Kalzium in die Glasschmelze), Rauchgasentschwefelung (als Carbonat), in der Land- und Wasserwirtschaft (gemahlen gegen Versauerung von Boden und Wasser, oder auch als Düngemittel), Speichergesteine für Erdöl und Erdgas, Herstellung von Steinpapier

Sandstein: Zum Massivbau, für Skulpturen und für Fassaden; Trockenmauern dienen als Biotope für diverse Pflanzen und Insekten, selbst größere Tiere wie Eidechsen können in unverfugten Zwischenräumen leben.

Zusätzliche Informationen unter www.steintechnik.de